Muss ich?

Ich wurde zu einer Blogparade mit dem Thema Vorbild eingeladen. Wusste nicht wirklich etwas damit anzufangen. Bis sich herausstellte, dass ER dazu eine Menge zu sagen hat.

 

  • Hast du ein Vorbild?
  • Was ist das?
  • Jemand, den du toll findest
  • So jemanden wie den Leo?
  • Warum findest du den Leo denn toll?
  • Weil er sich nie die Zähne putzt
  • Naja, ich meine vielleicht eher jemanden, der etwas besonders gut kann
  • Aber der Leo kann sich besonders gut NICHT DIE ZÄHNE PUTZEN
  • Aber dann wird er bald Zahnschmerzen kriegen und das findest du dann nicht mehr toll
  • Hm…vielleicht die Oma?
  • Was kann denn die Oma besonders gut?
  • Alles. Die Knödel und verlieren beim Schwarzen Peter und kuscheln
  • Willst du mal so werden wie die Oma?
  • Die ist doch ein Mädchen!
  • Ich meine, so in der Art wie die Oma nur eben als Bub
  • Das geht nicht. Ein Bub kann nicht so werden wie ein Mädchen. Dann schon lieber wie der Oskar
  • Unser Nachbar? Wieso das denn?
  • Weil er immer in seine Thujen pieselt
  • Ja, so sehen sie auch aus. Was ist daran bitte toll?
  • Er muss nicht extra auf Klo gehen. Das dauert immer voll lang
  • Aber du hast doch Zeit
  • Nein, hab ich nicht. Pieseln muss ich immer mitten im Spielen. Und wenn ich dann zurückkomme, weiß ich nicht mehr wo ich war, oder der Luis steht nicht mehr am Zaun oder Du schreist, dass wir jetzt fahren oder …
  • Hast du Stress, mein Schatz?
  • Beim Pieseln schon
  • Das sollten wir ändern
  • Biiiiiiieeeeette! Drum will ich so Thujen wie der Oskar
  • Willst du wirklich mal so werden wie der Oskar?
  • Muss ich?
  • Nein! Aber wenn er dein Vorbild ist, dann findest du ihn ja toll und dann möchtest du vielleicht mal so werden wie er
  • Ich weiß nicht. Ausschauen mag ich lieber wie der Papa vom Tim. Der hat so viele Haare auf den Füßen
  • Ja, der kommt aus einem anderen Land. Da haben die Menschen meistens dunklere und mehr Haare. Nicht nur auf den Waden
  • Ich will sie aber nur auf den Füßen. Und am Kopf. Und da unterm Hals. Aber reden mag ich nicht wie der. Den versteht man nicht so gut. Reden mag ich wie der kleine Donner
  • Der kleine Donner?
  • Mama! Das Pferd vom Yakari. Der hat´s voll gut. Der versteht die Tiere und die Menschen. Und ihn verstehen auch alle. Alle Wichtigen, mein ich
  • Wer sind denn die Wichtigen?
  • Naja, du und der Papa und der Luis und die Oma und die aus meiner Klasse und die vom Fußball und die beim Billa und der Papa vom Tim. Naja, alle irgendwie
  • Ja, da hast du recht. Das wäre wirklich schön, wenn wir einander verstehen könnten. Besser, meine ich. Noch was?
  • Muss ich?
  • Ich weiß nicht. Du hast jetzt genug Haare überall, kannst kuscheln und gegen Thujen pieseln, du verstehst alle und alle verstehen dich … fehlt noch was?
  • Vielleicht mag ich ja auch mal Papa sein. So wie der Papa
  • Heißt das, der Papa ist dein Vorbild?
  • Nein, das ist mein Papa!
  • Okay, aber du magst mal so sein wie dein Papa?
  • Vielleicht. Aber mit den Haaren vom Tim-Papa
  • Und willst du auch mal Geld verdienen?
  • Das brauch ich nicht. Ich hab ja euch
  • Naja, aber wenn du deinen Kindern etwas kaufen willst, solltest du es zuerst verdienen
  • Muss ich?
  • Ich würde sagen, JA!
  • Ok, dann vielleicht wie der, der im Fernsehen immer sagt, dass die dort schon wieder streiten
  • Du meinst den, der immer aus den Ländern erzählt wo im Hintergrund gekämpft wird
  • Ja. Das find ich voll blöd
  • Das ist aber ein sehr schwieriger und gefährlicher Beruf. Du bist immer dort, wo Krieg ist und versuchst es den Menschen zu erzählen, die zu Hause vor dem Fernseher sitzen. Da musst du sehr sehr mutig sein
  • Muss ich?
  • Ja!
  • Na gut. Dann bin ich das eben. Ich kann ja morgen mal MUTIG SEIN üben und dem Ben sagen, dass ich mich vor seinem Bruder aus der 3. überhaupt nicht fürchte und er endlich die Zöpfe von der Mia in Ruhe lassen soll
  • Das wäre ganz toll von dir
  • Jetzt mag ich aber nimma
  • Was?
  • So sein wollen wie noch irgendwer
  • Ok. Dann bleib einfach genau so toll wie du jetzt bist
  • Und das ist toll genug?
  • Ja, das ist es
  • Mama?
  • Ja, mein Schatz
  • Hast du so jemanden, den du ganz toll findest?
  • Ja. Das hab ich
  • Wen denn?
  • Dich!
  • Und warum?
  • Weil du mit DEINEN Gedanken MEINE Welt wieder ein bisschen mehr in Ordnung bringst

Karottenkrieg im Paradies

In einem unbekannten Land … vor gar nicht allzu langer Zeit …

Hie und da darf ich dank einer Bekannten in eine Woge voller Wohlbefinden eintauchen. Werde verwöhnt mit Geschichten über das Gute. Von fortwährender Nächstenliebe, unbändiger Fürsorge und andauernder Harmonie wird berichtet. SIE nämlich hat das Glück, in einem idyllischen Dörfchen ihr Dasein zu fristen, fernab jeglichen großstädtischen Einflusses, mit dem ja bekanntermaßen Niedertracht und Infamie einhergeht. Darf leben außerhalb der urbanen Berieselung, provinziell, bäuerlich, dörflich, christlich und gut.

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There can be too much truth in any relationship

Wie viel Wahrheit hält so ein in die Jahre gekommener Freunderücken aus?

Während wir im Kindes- und Teenageralter mindestens so viele beste FreundInnen im Schlepptau haben wie Pubertätspickel im Gesicht, halbiert sich das schnell mit Austritt aus der Schule, viertelt sich mit Erscheinen des ersten ernstzunehmenden Partners und achtelt, 16-telt und 32-stelt sich spätestens mit dem Eintreffen der erfolgreichen Fortpflanzung. Heerscharen an Bussi-Bussi-Bekanntschaften fallen der Sparreform zum Opfer und geküsst wird nur mehr in Ausnahmefällen, dann aber möglichst für immer.

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Der blog geht baden …

Die ganze Welt verreist. Oma und Opa nach Bad Aussee, die Lise fliegt mit der prallen Lotte und einer ebenso prall gefüllten Geldbörse Richtung Samos, die Eltern von der Lindsey treffen sich mit den Keviniasten im Bibionischen Aquapark und August reist samt Gattin und Nachwuchs Gedeon ins Salzburgerische. Nimmt man doch den Schnürlregen gerne in Kauf – schließlich ist er österreichisch. Und so ein richtig einheimisches Regenwolkerl hat schon was.

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… damit höre ich nie nie nie wieder auf!

Es ist zum aus der Haut fahren. Und gleichzeitig ein Genuss. Ich meine nicht hemmungslosen, schmutzigen …, sondern etwas viel Alltäglicheres. Gut, es mag Menschen geben, für die ist auch hemmungsloser, schmutziger … etwas Alltägliches. Glücklich seien die Auserwählten. Ich spreche allerdings von etwas, das wir alle, oder zumindest fast alle, jeden Tag tun, oder zumindest tun sollten. Vorausgesetzt frau bzw. man greift zum bzw. zur Richtigen, ist es ein Vergnügen auf höchstem Niveau. Eine Notwendigkeit in der Monotonie der Alltags, Entspannung und Ekstase zugleich. Entzücken und Verzweiflung wechseln einander ab, geben uns kalt-warm vom Feinsten, Kneipp hätte seine Freude.

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Tempi passati

Die gute alte Zeit … schon beim Schreiben sehe ich, wie sich auf meinen Handrücken, während meine Finger in die Tastatur hämmern, ein paar Altersflecken dazu gesellen. Einbildung, sagt mein Mann. Tatsache, sage ich. Ich muss sie mir ja auch ständig anschauen, meine Pfoten. Im Gegensatz zu ihm, der sich mäßig für die Verschleißteile meines Körpers interessiert, zumindest was die Hände betrifft. Weiterlesen

Viva il Calcio … oder doch Viva la Mamma?

Jööö … der Gatsch! In seiner ganzen Pracht. Endlich. Ich dachte schon, es gibt ihn nicht mehr. Sprießt doch derzeit alles um die Wette, der Flieder, die Kastanien und auch die Gräser. Aber das nützt nichts. Wenn es in der Nacht genieselt hat, obwohl uns Frau Kummer in sonnengelben High Heels Gegenteiliges versichert hat, dann wird die grünste Wiese schnell zur Schlammlandschaft. Grundsätzlich ja durchaus Fauna-freundlich, so ein bisserl Weinviertler Landregen, aber bei angesetztem Zwergerl-Fußballturnier ein Garant für nie enden wollende Rutschpartien. Und falls jetzt jemandem ein Ned scho wieda entkommt, dem sei gesagt, dass mein Bam-Bam-Bam-Binis Artikel einer der meist gelesenen war. Grund genug also, mich noch einmal dem Thema des enthusiastischen Gatschvergnügens zu widmen. Weiterlesen

Stumm!

Ich feiere ausgesprochen gerne. Liebe es, Freunde um mich zu haben, miteinander zu essen, das eine oder andere Gläschen zu trinken, zu lachen, über andere zu lästern, zu diskutieren und zu philosophieren. Ich genieße es, wenn wir uns in die Haare kriegen und uns gleich darauf wieder versöhnen, wenn wir, so verschieden sich die Hölzer auch anfühlen, aus denen wir geschnitzt sind, trotzdem eine gewisse Harmonie in unser Waldstück bringen, eben wegen genau dieser Divergenz, die unsere Charaktere bilden. Schön ist das! Und ich brauche diesen Austausch wie die Luft zum Atmen.

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Die rosarote Brille …

Ich hab ein G´spusi raunt mir gestern mein bester Freund entgegen, sitzt breit grinsend neben mir, gönnt sich – um 14 Uhr – ein Achterl und schaut, zugegebener Maßen, besser aus als je zuvor. Er strahlt! Übers ganze Gesicht. Hat einen Teint, als würden wir nicht im grauen März im noch graueren Wien sitzen, sondern in der Augustsonne in den toskanischen Weinbergen.

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